Grenzen für die Gentechnik

Verändert TTIP unser Nahrungsangebot?

Gentechnisch veränderte Erzeugnisse und hormonbehandeltes Fleisch - hier sind die EU-Vorschriften deutlich strenger als die der USA. Sie sollen laut EU von TTIP nicht angetastet werden. In der EU müssen gentechnisch veränderte Organismen von den Behörden zugelassen werden, bevor sie verkauft werden dürfen. Gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel müssen zudem gekennzeichnet sein.

Die Argumente der europäischen TTIP-Befürworter

Die Befürworter verweisen auch beim Thema Gentechnik darauf, dass TTIP europäische Standards nicht senken werde. Davon abgesehen sei eine Kennzeichnung gar nicht so wichtig: Schon jetzt regle der Markt das Thema "Gentechnik", wenn Hersteller von gentechnik-freier Ware auf ihren Verpackungen damit werben und der Verbraucher deshalb gezielt zu diesen Produkten greift.

Die Befürchtung der TTIP-Gegner in Europa

Die Gegner gehen davon aus, dass mit dem Abkommen die Kennzeichnungspflicht für Gentechnik-Produkte wegfällt. Schon im Zuge der Verhandlungen würden sich Lebensmittel-Konzerne massiv dafür einsetzen, die Standards zu senken, um so genmanipulierte Produkte in der EU verkaufen zu können. Kritisiert wird auch, dass es schon jetzt Kennzeichnungslücken bei Tierprodukten gibt – etwa, dass es keinen Hinweis darauf geben muss, dass Milch von einer Kuh stammt, deren Futter genverändert ist. Solche Gesetzeslücken zu schließen, werde mit TTIP fast unmöglich.

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Dass die USA die vergleichsweise höheren EU-Standards übernehmen oder gar die Mängel der EU-Regularien beseitigt würden, ist unwahrscheinlich. Zu einflussreich ist die Gentechnik-Lobby jenseits des Atlantiks, aber auch diesseits. Monsanto, Dow, DuPont Pioneer auf US-amerikanischer Seite und BASF, Bayer und Syngenta auf EU-Seite wollen dasselbe: keine Auflagen und ungestörten Marktzugang.

Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutschland
Phil Hogan

Dass man in Zukunft ein gentechnisch verändertes Produkt nur dann erkennt, wenn man den Strichcode auf der Verpackung scannt, wie die Amerikaner das offenbar vorschlagen, entspricht nicht meiner Vorstellung von einer klaren Kennzeichnung und auch nicht den geltenden Regeln. Das ist mit uns nicht zu machen.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan in der Süddeutschen Zeitung
Logo CDU

Die TTIP-Verhandlungen werden nicht dazu führen, dass die EU ihre Anforderungen an die Zulassung und die Kennzeichnungspflichten für Lebens-, Futtermittel oder Saatgut, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, ändert.

CDU-Homepage
Logo Bündnis 90 - Die Grünen

Anders als von der EU-Kommission und der Bundesregierung behauptet, ließen sich gegenwärtige Standards im Bereich Gentechnik unter CETA und TTIP nicht aufrechterhalten, geschweige denn weiter entwickeln. Wer diese Risiken verschweigt, täuscht bewusst die Öffentlichkeit.

Position der Grünen im Bundestag

Diese kategorischen Feststellungen wie: 'Wir werden dies nicht ändern und das nicht ändern und jenes ist vom Tisch', lassen bei uns die Frage aufkommen, ob die EU überhaupt ernsthaft an einem Abkommen interessiert ist.

Steve Censk Geschäftsführer des amerikanischen Sojabohnenverbands, laut der "Financial Times"
US-Flagge

Die Vereinigten Staaten haben weiterhin Bedenken bezüglich der Funktionsweise des EU-Regulierungssystems für gentechnisch veränderte Pflanzen und wegen der erheblichen Handelsverwerfungen, die aus Verzögerungen beim derzeitigen Genehmigungsverfahren resultieren.

Internetseite der US-Botschaft in Deutschland

Angleichung von Gesetzen und Normen: Und wo stehen Sie?

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